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Baum bleibt dank Baumkontrolle per Schalluntersuchung erhalten

Baum bleibt dank Baumkontrolle per Schalluntersuchung erhalten

Stand- und Bruchsicherheit mittels Schalltomographie bestätigt

"Der krumme Baum lebt sein Leben, der gerade Baum wird ein Brett." Was ein chinesisches Sprichwort schon seit Jahrhunderten besagt, gilt auch heute noch: Jeder einzelne Baum sollte geschützt und geschätzt werden. Ein aktueller Fall aus der Praxis zeigt, dass auch zum Fällen verurteilte Bäume durch fachgerechte Untersuchungen erhalten bleiben können und gleichzeitig die Verkehrssicherheit gewahrt bleibt.

Die Verkehrssicherheit von Bäumen ist stets ein aktuelles Thema. Bei regelmäßigen Kontrollen muss ein sachkundiger Baumkontrolleur beurteilen, ob von einem Baum ein Schaden für einen Verkehrsteilnehmer ausgehen kann. Dementsprechend müssen Handlungsempfehlungen umgesetzt und dokumentiert werden, um im Schadensfall einen Nachweis für die Erfüllung der Pflichten vorweisen zu können. Dass dabei nicht immer die Fällung eines totgeglaubten Baumes notwendig ist, zeigte folgender Fall aus der Praxis.

Baumkontrolle einer Stieleiche mit Schalluntersuchung

Das Gelände der ARCHIKART Software AG in Lauchhammer hat eine grüne Lunge. Neben einem kleinen wilden Waldstück zieren mehrere jahrzehntealte Stieleichen die Begrenzung des Grundstückes. Einer dieser gigantischen Bäume wies jedoch seit einiger Zeit einen sichtbaren Schaden am Stamm auf. Die Verkehrssicherheit wurde nach optischer Begutachtung angezweifelt und die Fällung nahegelegt. Da allerdings die Vitalität der Baumkrone vollkommen intakt war, erhielt die 26-Meter-hohe Stieleiche eine zweite Chance: eine gerätetechnische Untersuchung mittels Schalltomograph. Damit galt es die Restwandstärke zu prüfen und eine Entscheidung zur Stand- und Bruchsicherheit des Baumes herbeizuführen. Beauftragt wurde damit die Baumgutachterin Christiane Müller aus Pockau-Lengefeld, die auch als ARCHIKART Dienstleister tätig ist.

Mit der Schalltomographie kann die Querschnittsfläche eines Baumes zerstörungsfrei untersucht werden. Dies basiert auf dem Prinzip, dass sich je nach Holzstruktur und Holzdichte die Schallgeschwindigkeit im Holzkörper unterschiedlich ausbreitet. Aufgrund dieser unterschiedlichen Laufzeiten lassen sich Bilder vom Inneren des Baumes erzeugen. Schäden wie Fäule oder Risse verändern die Holzdichte und bewirken eine verminderte Schallgeschwindigkeit, die optisch dargestellt werden kann.

Baumkontrolle einer Stieleiche mit Schalluntersuchung


Die Baumgutachterin befestigte mit Hilfe dünner Nägel eine Reihe von Sensoren in Höhe des Schadens rings um den Baum. Die Nägel stellen die schallleitende Verbindung zum festen Holzkörper dar. Nun wurden mittels dosierten Hammerschlägen auf die Sensoren Schallimpulse in den Stamm geleitet und die Laufzeiten gemessen. Somit entsteht ein dichtes Netz an Schallgeschwindigkeiten. Auf einem Tablet wird dieses als farbiges Tomogramm des Stammquerschnittes dargestellt. Gute in Brauntönen dargestellte Schalldurchgänge lassen auf festes, intaktes Holz schließen. Die Farben gehen bei mittleren Schalldurchgängen in grün und bei gestörten Durchgängen in violett und blau über. Die Größe des Schadens wird somit visualisiert.

Baumkontrolle einer Stieleiche mit Schalluntersuchung


Die Auswertung der Untersuchung zeigte schließlich, dass lediglich 11 Prozent des Baumes beschädigt sind und ganze 82 Prozent intaktes Holz aufweisen. Der geringe Prozentsatz der Schädigung beeinflusst nicht die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes. Die allgemeine Vitalität wurde als schwach geschädigt ausgewiesen. Die Stieleiche bleibt also auf dem Gelände erhalten – eine befürchtete Fällung des Baumes ist derzeit nicht notwendig. Natürlich gilt es nun den Schaden weiter im Blick zu behalten. Daher sind regelmäßge Kontrollen im belaubten und unbelaubten Zustand erforderlich. Außerdem empfiehlt das ausgestellte Gutachten eine erneute Schalltomographie in vier Jahren.

Um schlussendlich auf das chinesische Sprichwort zurückzukommen: Der krumme Baum lebt sein Leben weiter ....

Neben einer eigenen ausgebildeten Baumkontrolleurin und einer weiteren Fachberaterin im Bereich Baumverwaltung und Baumkontrollen setzen wir auf zahlreiche Dienstleister, um Verwaltungen bei diesem brisanten Thema zur Seite zu stehen. Das ARCHIKART Baumteam stellen wir Ihnen in unserer aktuellen Ausgabe unseres Fachmagazins zum Thema Bäume genauer vor. Viele weitere Informationen enthält auch unser kostenfreies Whitepaper "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser: Bäume rechtssicher verwalten".


Autor/ Autorin

Magdalena Becker

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